Buchcover Immobilienstratege von Philipp Scharpf
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Meine Meinung

Immobilienstratege

von Philipp Scharpf

Philipp Scharpf betrachtet Immobilien aus einer ausgeprägt strategischen Finanzierungsperspektive. Interessant ist dabei der Zusammenhang zwischen einzelnen Käufen, verfügbarem Kapital und dem weiteren Aufbau eines Bestands.

Über den einzelnen Kauf hinausdenken

Ein Objekt kann für sich betrachtet interessant erscheinen und trotzdem die weiteren Möglichkeiten stark einschränken. Philipp Scharpf beschäftigt sich mit Immobilienfinanzierung aus der Perspektive eines wachsenden Bestands. Es geht um Strategien, die einzelne Entscheidungen miteinander verbinden.

Finanzierung, steuerliche Überlegungen und gesellschaftsrechtliche Strukturen gehören zum Themenfeld. Der Ansatz ist damit deutlich spezieller als ein allgemeiner Einstieg in den Wohnungskauf. Wer sich bislang kaum mit den Grundlagen beschäftigt hat, wird manche Zusammenhänge zusätzlich klären müssen.

Kapital ist nicht nur eine Startfrage

Beim ersten Kauf steht häufig im Mittelpunkt, wie viel eigenes Geld benötigt wird. Für einen Bestand ist zusätzlich wichtig, welche Mittel später noch verfügbar sind und welche Verpflichtungen über längere Zeit bestehen bleiben. Eine Finanzierung beeinflusst damit mehr als den Zugang zu einem einzelnen Objekt.

Ein allgemeines Beispiel wäre ein Kauf, der nahezu alle vorhandenen Rücklagen bindet. Die Rechnung kann zunächst funktionieren, während für unerwartete Arbeiten an einem anderen Objekt kaum noch Spielraum bleibt. Die Betrachtung nur der neuen Immobilie würde diese Verbindung übersehen.

Für mich ist genau dieser Gesamtblick interessant. Ein Bestand besteht nicht aus voneinander abgeschlossenen Erfolgsgeschichten. Einnahmen, Ausgaben und Risiken treffen am Ende bei demselben Eigentümer zusammen. Eine Strategie muss diesen Zusammenhang berücksichtigen.

Wenig Eigenkapital bedeutet nicht wenig Risiko

Die Buchpräsentation betont besonders deutlich den Aufbau mit wenig oder ohne eigenes Kapital. Das ist eine Möglichkeit der Finanzierung, aber keine Aussage darüber, wie sicher das Vorhaben ist. Hohe Verpflichtungen bleiben auch dann bestehen, wenn eine erwartete Entwicklung ausbleibt.

Entscheidend ist deshalb, wie empfindlich die Rechnung auf Abweichungen reagiert. Was passiert bei geringerem Ertrag, zusätzlichen Arbeiten oder veränderten Bedingungen einer späteren Finanzierung? Je enger der Spielraum, desto wichtiger werden solche Fragen.

Eine im Beispiel funktionierende Gestaltung kann diese Prüfung nicht ersetzen. Der gleiche Ansatz kann bei einer anderen Ausgangslage deutlich weniger tragfähig sein. Auch mehrere miteinander verbundene Finanzierungen können Abhängigkeiten schaffen, die zunächst weniger sichtbar sind als der neu erworbene Bestand.

Strukturen müssen einen Zweck erfüllen

Steuerliche und gesellschaftsrechtliche Überlegungen können sinnvoll sein, sollten aber aus dem tatsächlichen Vorhaben entstehen. Eine komplizierte Struktur wird nicht allein dadurch gut, dass sie professionell aussieht oder bei einem anderen Investor verwendet wird.

Sie bringt eigene Kosten, laufende Aufgaben und rechtliche Folgen mit. Deshalb muss verständlich sein, welches Problem sie lösen soll und ob der Nutzen die zusätzliche Komplexität rechtfertigt. Gerade hier gehören aktuelle, auf den Einzelfall bezogene Fachgespräche dazu.

Scharpfs Buch kann dafür eine Gesprächsgrundlage liefern. Man versteht möglicherweise besser, welche Fragen an Bank, Steuerberater oder andere Fachleute gestellt werden sollten. Die konkreten Antworten müssen aber zu den eigenen Zahlen und den aktuellen Rahmenbedingungen passen.

Ich würde die Lektüre entsprechend als Vertiefung lesen, nicht als Aufforderung, möglichst schnell möglichst viele Objekte zu erwerben. Der strategische Wert liegt für mich darin, Abhängigkeiten früher zu erkennen. Ein größerer Bestand ist nur dann ein Fortschritt, wenn er auch unter weniger günstigen Bedingungen verantwortbar bleibt.

Fazit

Interessant für den Zusammenhang zwischen Finanzierung und langfristigem Bestandsaufbau. Die Stärke liegt im Blick über das einzelne Objekt hinaus. Besonders offensive Aussagen zum Aufbau ohne Eigenkapital brauchen jedoch eine gründliche Risikoprüfung. Als Vorbereitung für konkrete Fachgespräche nützlich, als allgemeines Wachstumsrezept wäre der Ansatz zu weitgehend.

Wenn du es gerne selbst lesen möchtest, findest du es hier.

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Quellen zur Einordnung

Autor und Buch: Immotege · Philipp Scharpf im Fachinterview