Buchcover Die Gesetze der Gewinner von Bodo Schäfer
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Meine Meinung

Die Gesetze der Gewinner

von Bodo Schäfer

Bodo Schäfer ordnet seine Gedanken zu persönlicher Entwicklung in ein Programm mit Übungen. Die interessante Frage ist dabei weniger, wer ein Gewinner sei, sondern was von einer guten Absicht im Alltag übrig bleibt.

Dreißig Anstöße statt einer großen Erklärung

Bodo Schäfer entwickelt seine Gedanken in einzelnen Kapiteln, die jeweils mit praktischen Aufgaben verbunden sind. Das Programm ist auf dreißig Tage angelegt und beschäftigt sich unter anderem mit Entscheidungen, Kritik, Stress und persönlicher Entwicklung.

Diese Form hat einen nachvollziehbaren Vorteil: Der Leser soll nicht nur zustimmend weiterblättern, sondern einen Gedanken an der eigenen Situation prüfen. Aus einer allgemeinen Aussage wird dadurch zumindest die Frage nach einem konkreten Verhalten. Ob daraus tatsächlich eine Veränderung entsteht, entscheidet sich allerdings außerhalb der Lektüre.

Zustimmung verändert noch keine Gewohnheit

Viele Gedanken zur persönlichen Entwicklung klingen beim Lesen einleuchtend. Man möchte klarer entscheiden, weniger aufschieben oder besser mit Kritik umgehen. Schwieriger wird es, wenn die bekannte Situation erneut eintritt und die bisherige Reaktion sofort wieder da ist.

Deshalb ist der Übungsanteil sinnvoll. Ein kleiner, beobachtbarer Schritt lässt sich eher prüfen als die Absicht, von nun an grundsätzlich anders zu sein. Wenn eine Aufgabe im Alltag keinen Platz findet, zeigt das möglicherweise bereits, dass sie konkreter oder kleiner gefasst werden muss.

Ein allgemeines Beispiel wäre der Wunsch, eine unangenehme Angelegenheit nicht mehr wochenlang aufzuschieben. „Entschlossener werden“ bleibt dafür ziemlich unbestimmt. Einen Termin zu setzen und die benötigten Informationen zusammenzustellen, ist weniger eindrucksvoll formuliert, aber tatsächlich überprüfbar.

Kritik nicht mit dem eigenen Wert verwechseln

Der Umgang mit Rückmeldungen ist ein weiteres wichtiges Thema. Kritik kann hilfreich, ungeschickt oder unberechtigt sein. Wer jede kritische Bemerkung sofort als umfassendes Urteil über die eigene Person behandelt, hat es schwer, den brauchbaren Teil überhaupt zu erkennen.

Umgekehrt wäre es ebenso wenig sinnvoll, jede unangenehme Rückmeldung als Negativität abzutun. Manchmal benennt sie ein tatsächliches Problem. Die Aufgabe besteht darin, genauer zu unterscheiden, statt sich entweder vollständig verunsichern zu lassen oder grundsätzlich nichts an sich heranzulassen.

Für mich wird persönliche Entwicklung an solchen Stellen interessant. Es geht nicht darum, nach außen besonders sicher zu wirken. Es geht darum, mit einer schwierigen Information etwas anfangen zu können, ohne sich selbst oder den anderen sofort auf eine feste Rolle zu reduzieren.

Gewinner ist eine zugespitzte Bezeichnung

Mit der Einteilung in Gewinner und Verlierer würde ich vorsichtig umgehen. Ein Mensch kann in einem Bereich erfolgreich sein und in einem anderen Schwierigkeiten haben. Ebenso kann eine vernünftige Entscheidung äußerlich wenig spektakulär aussehen.

Die Bezeichnung „Gesetze“ sollte daher nicht wörtlich verstanden werden. Es handelt sich um Ratschläge und Deutungen, nicht um Regeln, die unter gleichen Bedingungen zwangsläufig dasselbe Ergebnis erzeugen. Auch ein festes Tagesprogramm berücksichtigt nicht automatisch jede Lebenssituation.

Als Sammlung von Anstößen kann das Format trotzdem nützlich sein. Nicht jede Übung muss passen, und nicht jeder Gedanke muss neu sein. Entscheidend ist, ob sich eine sinnvolle Frage daraus ergibt und ob man die Wirkung im eigenen Alltag ehrlich betrachtet.

Die Lektüre sollte deshalb kein weiterer Leistungstest sein. Er sollte nicht noch eine zusätzliche Liste von Dingen erzeugen, die unbedingt perfekt erledigt werden müssen. Ein brauchbarer Gedanke, der tatsächlich umgesetzt und überprüft wird, ist mehr wert als ein vollständig abgehaktes Programm ohne erkennbaren Bezug.

Fazit

Ein gut zugängliches Übungsformat für persönliche Gewohnheiten und Entscheidungen. Der praktische Anteil ist interessanter als die Einteilung in Gewinner. Nicht jeder Rat passt zu jedem Menschen, und ein dreißigtägiges Programm garantiert kein bestimmtes Ergebnis. Sinnvoll wird die Lektüre dort, wo aus einer allgemeinen Absicht ein passender, überprüfbarer Schritt entsteht.

Wenn du es gerne selbst lesen möchtest, findest du es hier.

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Quellen zur Einordnung

dtv Verlag: Inhalt und Aufbau