Buchcover Immobilienbewertung im Bild von Evelyn Hendreich, Ursel Schäfer und Matthias Pagel
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Meine Meinung

Immobilienbewertung im Bild

von Evelyn Hendreich, Ursel Schäfer und Matthias Pagel

Die bildhafte Darstellung erleichtert den Zugang zu einem Fachgebiet, das schnell abstrakt wird. Hendreich, Schäfer und Pagel zeigen, welche Überlegungen hinter einer Immobilienbewertung stehen.

Was ist eine Immobilie wert?

Ein Eigentümer hat einen Wunschpreis, ein Interessent eine Preisvorstellung, und in einem Gutachten steht vielleicht noch einmal eine andere Zahl. Diese Unterschiede lassen sich nicht sinnvoll beurteilen, solange unklar bleibt, auf welcher Grundlage jeweils gerechnet wurde.

„Immobilienbewertung im Bild“ führt in die Wertermittlung bebauter und unbebauter Grundstücke ein. Die Ausgabe von 2018 verbindet fachliche Erläuterungen mit Illustrationen und versteht sich als Bildkommentar zur damaligen Immobilienwertermittlungsverordnung. Der besondere Zugang liegt darin, abstrakte Begriffe und Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Bilder als Hilfe zum Verständnis

Ein Bild kann eine komplizierte Beziehung schneller verständlich machen als ein langer Absatz. Gerade bei Grundstücken und Gebäuden ist das hilfreich, weil viele Fragen räumliche oder bauliche Zusammenhänge betreffen. Die Illustration ersetzt die Erklärung nicht, sie gibt ihr einen anschaulichen Bezug.

Wichtig bleibt allerdings, dass aus der anschaulichen Form keine scheinbare Einfachheit der tatsächlichen Bewertung abgeleitet wird. Ein verständliches Beispiel ist bewusst begrenzt. Ein reales Objekt kann zusätzliche Besonderheiten haben, die im Beispiel nicht vorkommen.

Für mich liegt darin der richtige Maßstab: Werden die Fragen nachvollziehbarer, die vor einer Zahl geklärt werden müssen? Wenn ja, erfüllt eine solche Darstellung eine wichtige Aufgabe. Sie muss nicht den Eindruck erzeugen, nach wenigen Abbildungen könne jeder jedes Gebäude sicher bewerten.

Zustand, Nutzung und wirtschaftlicher Zusammenhang

Der äußere Eindruck einer Immobilie ist nur ein Teil. Eine Bewertung beschäftigt sich auch mit den für den jeweiligen Anlass relevanten Eigenschaften, der Nutzung und den verfügbaren Daten. Zwei ähnlich aussehende Gebäude können deshalb wirtschaftlich sehr unterschiedlich einzuordnen sein.

Schon die Frage, welche Einnahmen und Aufwendungen mit einer vermieteten Immobilie verbunden sind, führt über eine reine Besichtigung hinaus. Ebenso können Grundstückseigenschaften und rechtliche Bedingungen wichtig werden, die auf einem Foto nicht erkennbar sind.

Ein gedankliches Beispiel macht das deutlich: Eine frisch renovierte Oberfläche kann einen guten Eindruck vermitteln, sagt aber wenig darüber aus, welche größeren Arbeiten am Gebäude noch bevorstehen. Umgekehrt muss ein optisch schlichter Zustand nicht dieselbe wirtschaftliche Bedeutung haben wie eine grundlegende technische Schwäche. Eine Bewertung braucht die passende Einordnung der einzelnen Merkmale.

Ein Gutachten besser lesen können

Der Nutzen beschränkt sich deshalb nicht auf Menschen, die selbst Bewertungen erstellen möchten. Auch ein Auftraggeber sollte verstehen können, welche Annahmen verwendet wurden und weshalb ein bestimmtes Verfahren zur Fragestellung passt.

Eine präzise Zahl wirkt leicht sicherer, als ihre Grundlagen tatsächlich sind. Wenn Eingangsdaten unvollständig oder Annahmen sehr optimistisch sind, wird das Ergebnis nicht dadurch belastbarer, dass es exakt ausgerechnet wurde. Nachvollziehbarkeit bedeutet, den Rechenweg und seine Voraussetzungen zusammen zu betrachten.

Dabei ist der Datenstand dieser Ausgabe ausdrücklich zu beachten. Die rechtlichen Bewertungsgrundlagen haben sich seit 2018 verändert. Das Werk eignet sich daher nicht dazu, den heutigen Regelungsstand ungeprüft abzulesen. Seine didaktische Stärke und grundlegende Bewertungsfragen lassen sich davon unterscheiden.

Ich würde die Lektüre vor allem dafür nutzen, bessere Fragen an eine Bewertung stellen zu können. Welche Eigenschaften wurden berücksichtigt? Welche Daten tragen das Ergebnis? Wo liegen Unsicherheiten? Damit wird ein Gutachten von einer beeindruckenden Zahl zu einer Begründung, die man tatsächlich nachvollziehen möchte.

Fazit

Ein anschaulicher Zugang zu den Grundlagen der Immobilienbewertung. Besonders hilfreich ist die Verbindung von Bild und Erklärung, wenn man Gutachten besser verstehen möchte. Die Ausgabe von 2018 braucht beim heutigen Rechts- und Verfahrensstand eine Ergänzung. Als Verständnishilfe interessant, als unveränderte Anleitung für aktuelle Bewertungen wäre sie nicht ausreichend.

Wenn du es gerne selbst lesen möchtest, findest du es hier.

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Quellen zur Einordnung

Rudolf Müller: Originalausgabe 2018 · Evelyn Hendreich: bibliografischer Nachweis · Leseprobe der Originalausgabe · Aktuelle Immobilienwertermittlungsverordnung