Buchcover Rich Dad Poor Dad von Robert T. Kiyosaki
← Alle Bücher

Meine Meinung

Rich Dad Poor Dad

von Robert T. Kiyosaki

Für mich liegt die Stärke vor allem im Perspektivwechsel. Es geht nicht nur darum, mehr zu verdienen, sondern darum, was mit dem Geld anschließend passiert.

Lesedauer
ca. 6–7 Stunden

Mein Blick auf das Buch

„Rich Dad Poor Dad“ erklärt Geld nicht über komplizierte Formeln. Robert T. Kiyosaki stellt zwei grundverschiedene Denkweisen gegenüber und macht dadurch verständlich, warum ein gutes Einkommen allein noch keinen Vermögensaufbau bedeutet.

Für mich liegt die Stärke vor allem im Perspektivwechsel. Es geht weniger darum, noch mehr zu arbeiten. Wichtiger ist die Frage, was mit dem verdienten Geld anschließend passiert. Fließt es vollständig in den Lebensstandard oder wird ein Teil davon so eingesetzt, dass daraus neue Einnahmen entstehen?

Zwei Väter und zwei Vorstellungen von Sicherheit

Kiyosaki erzählt seine Gedanken anhand von zwei Vaterfiguren. Der „Poor Dad“ steht für eine klassische Vorstellung von Sicherheit. Gute Ausbildung, fester Arbeitsplatz, regelmäßiges Einkommen und ein möglichst planbarer Berufsweg. Der „Rich Dad“ denkt anders. Er beschäftigt sich mit Unternehmen, Investitionen, Cashflow und der Frage, wie Geld für ihn arbeiten kann.

Die Gegenüberstellung ist bewusst deutlich gezeichnet. Genau deshalb versteht man den Unterschied schnell. Der eine Weg setzt hauptsächlich auf das eigene Arbeitseinkommen. Der andere versucht, Schritt für Schritt Vermögenswerte aufzubauen, die regelmäßig Geld einbringen.

Dabei sagt der Titel für mich nicht, dass ein Mensch mit weniger Geld automatisch schlechter denkt oder weniger geleistet hat. Es geht um finanzielle Bildung und um Gewohnheiten, die über viele Jahre einen Unterschied machen können.

Was ein Vermögenswert wirklich bringt

Der bekannteste Gedanke ist die Trennung zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Kiyosaki beschreibt einen Vermögenswert vereinfacht als etwas, das Geld in die eigene Tasche bringt. Eine Verbindlichkeit zieht dagegen regelmäßig Geld heraus.

Das klingt selbstverständlich, wird im Alltag aber schnell unklar. Ein großes Haus, ein teures Auto oder andere sichtbare Anschaffungen können nach außen wie Vermögen wirken. Wenn sie hauptsächlich laufende Kosten verursachen, verbessern sie den eigenen Cashflow jedoch nicht. Das eigentliche Ziel ist deshalb nicht, wohlhabend auszusehen. Man soll zuerst Werte aufbauen, die Einnahmen erzeugen.

Diese einfache Trennung ist keine buchhalterische Definition. Sie ist eher ein Modell für private Entscheidungen. Trotzdem zwingt sie dazu, vor einem Kauf genauer hinzusehen: Bringt mir das langfristig Geld ein oder kostet es mich jeden Monat zusätzlich?

Arbeiten, um etwas zu lernen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der Arbeit. Kiyosaki rät dazu, einen Beruf oder eine Aufgabe nicht ausschließlich nach dem aktuellen Gehalt zu beurteilen. Manchmal ist das Wissen, das man dort mitnimmt, langfristig wertvoller.

Verkauf, Kommunikation, Führung, Buchhaltung und der Umgang mit Menschen können später darüber entscheiden, ob eine eigene Idee funktioniert. Wer immer nur das macht, was er bereits beherrscht, verdient vielleicht zuverlässig Geld, baut aber nicht automatisch neue Möglichkeiten auf.

Der Gedanke gefällt mir, weil er Arbeit nicht kleinredet. Es geht nicht darum, einfach aufzuhören und auf passives Einkommen zu warten. Zuerst braucht man Wissen, Fähigkeiten und die Bereitschaft, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen.

Nicht alles lässt sich einfach übernehmen

Bei aller Klarheit sollte man die Aussagen nicht als fertigen Finanzplan lesen. Viele Beispiele kommen aus den USA. Steuern, Immobilienfinanzierung, Gesellschaftsformen und rechtliche Regeln funktionieren in Deutschland anders. Auch Kredite sind nicht automatisch gut, nur weil damit ein Vermögenswert gekauft werden soll. Eine Investition muss sich rechnen und das Risiko muss tragbar bleiben.

Die starke Vereinfachung hilft beim Einstieg, lässt aber einige Fragen offen. Nicht jede Verbindlichkeit ist sinnlos und nicht jeder Vermögenswert liefert zuverlässig Einnahmen. Wer aus den Grundgedanken konkrete Entscheidungen ableiten möchte, muss selbst weiterrechnen und sich genauer mit dem jeweiligen Thema beschäftigen.

Ein guter Einstieg in finanzielle Bildung

„Rich Dad Poor Dad“ eignet sich vor allem für Menschen, die bisher wenig über Cashflow, Vermögenswerte und finanzielle Unabhängigkeit nachgedacht haben. Ebenso interessant ist es für Eltern, die ihren Kindern mehr über Geld vermitteln möchten, als nur zu sparen und später einen sicheren Beruf zu wählen.

Ich würde es als Einstieg lesen, nicht als vollständige Anleitung. Die Beispiele sind einfach, teilweise sehr zugespitzt und gerade deshalb leicht zu verstehen. Der wichtigste Schritt kommt danach. Man muss die Gedanken auf die eigene Situation übertragen, Zahlen prüfen und aus einer guten Idee eine vernünftige Entscheidung machen.

Ein hohes Einkommen ist hilfreich, aber noch kein Vermögen. Entscheidend ist, was davon übrig bleibt und wie man dieses Geld einsetzt. Genau diesen Unterschied macht „Rich Dad Poor Dad“ sehr verständlich. Für mich ist es vor allem ein Buch über finanzielle Bildung und Eigenverantwortung. Wer die Aussagen nicht blind übernimmt, sondern als Anstoß zum eigenen Denken nutzt, bekommt einen guten Einstieg in das Thema Vermögensaufbau.

Wenn du es gerne selbst lesen möchtest, findest du es hier.

Zurück zu den Büchern