Buchcover Rich Dad’s Investmentguide von Robert T. Kiyosaki
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Meine Meinung

Rich Dad’s Investmentguide

von Robert T. Kiyosaki

Kiyosaki erweitert seine bekannte Sicht auf Geld um die Rolle des Investors. Dabei geht es weniger um eine Liste guter Anlagen als um Finanzwissen, unternehmerische Zusammenhänge und unterschiedliche Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen.

Investieren beginnt vor der Produktauswahl

Bei einem Investmentguide könnte man zunächst eine Übersicht über Aktien, Immobilien und andere Anlagen erwarten. Kiyosaki setzt anders an. Er interessiert sich für die Denkweise und die Fähigkeiten hinter einer Investition und verbindet diese eng mit seiner Sicht auf Unternehmertum.

Die bekannte Gegenüberstellung der beiden Vaterfiguren dient erneut als erzählerischer Rahmen. Über Fragen und Erfahrungen entwickelt er seine Vorstellungen von finanzieller Bildung und unterschiedlichen Investorentypen. Wer seine anderen Werke kennt, wird viele Grundgedanken wiedererkennen. Der Band führt sie weiter, ist aber keine vollständig andere Herangehensweise.

Einen Vermögenswert verstehen

Eine Anlage wird leicht über ihre erwartete Rendite beschrieben. Dabei bleibt manchmal erstaunlich unklar, wodurch der Ertrag eigentlich entstehen soll. Kommt Geld aus einem laufenden Geschäft, aus Mieten oder vor allem aus der Hoffnung, später einen höheren Verkaufspreis zu erzielen?

Diese Unterschiede sind wichtig. Eine Immobilie kann auf dem Papier wertvoll sein und gleichzeitig laufend Geld benötigen. Ein Unternehmen kann wachsen, ohne dass kurzfristig viel frei verfügbarer Überschuss entsteht. Wer nur auf eine große Zahl schaut, übersieht möglicherweise, wann tatsächlich Geld zufließt und welche Verpflichtungen vorher bedient werden müssen.

An dieser Stelle finde ich Kiyosakis grundsätzlichen Blick interessant. Er regt dazu an, hinter die äußere Form einer Anlage zu schauen. Der Name des Produkts beantwortet noch nicht, ob man seine wirtschaftliche Funktionsweise und seine Risiken verstanden hat.

Der unternehmerische Blick

Eine Besonderheit ist die Verbindung zwischen Investieren und dem Aufbau von Unternehmen. Kiyosaki betrachtet Vermögenswerte nicht ausschließlich als Dinge, die man fertig am Markt kauft. Er beschäftigt sich auch mit der Möglichkeit, wirtschaftliche Strukturen selbst zu schaffen.

Das ist ein anderer Ausgangspunkt als eine gewöhnliche private Geldanlage. Ein Unternehmen aufzubauen verlangt operative Entscheidungen, Zusammenarbeit und eine tragfähige Leistung für Kunden. Wer diesen Weg mit einem passiven Investment gleichsetzt, unterschätzt leicht den Aufwand und die Verantwortung.

Daher sollte man die vorgestellten Möglichkeiten nicht als einfache Stufenleiter verstehen, auf der jeder zwangsläufig weiter nach oben muss. Unterschiedliche Wege passen zu unterschiedlichen Fähigkeiten und Lebenssituationen. Ein komplizierteres Vorhaben ist nicht schon deshalb besser, weil es unternehmerischer klingt.

Finanzbildung mit Grenzen

Die Forderung, sich mit Geld und wirtschaftlichen Zusammenhängen zu beschäftigen, ist nachvollziehbar. Schwieriger finde ich den starken Gegensatz zwischen angeblich durchschnittlichen und besonders erfolgreichen Investoren. Er kann den Eindruck erwecken, dass ein einfacher Ansatz vor allem ein Zeichen mangelnden Ehrgeizes sei.

Dabei kann Einfachheit eine bewusste Entscheidung sein. Wer Risiken, Kosten und den eigenen Zeitaufwand berücksichtigt, muss nicht jede Möglichkeit ausschöpfen. Ebenso wenig wird eine riskante Struktur dadurch sicher, dass sie ausführlich erklärt oder selbstbewusst präsentiert wird.

Kiyosakis Beispiele sind außerdem stark durch den amerikanischen wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergrund geprägt. Einzelne Aussagen zu Finanzierung, Steuern oder Schutzmechanismen lassen sich nicht ohne Prüfung auf Deutschland übertragen. Auch eine persönliche Erfolgserzählung ist kein Nachweis dafür, dass derselbe Weg für andere gleich ausgeht.

Für mich wäre der sinnvolle Umgang deshalb, die Fragen mitzunehmen und die Antworten zu überprüfen. Welche Informationen fehlen? Welche Annahme müsste eintreten? Was wäre bei einem ungünstigen Verlauf? Diese Haltung passt besser zu verantwortlichem Investieren als der Wunsch, möglichst schnell zu einer besonderen Gruppe von Anlegern zu gehören.

Fazit

Interessant als Vertiefung von Kiyosakis unternehmerischem Finanzdenken. Der Blick auf die Funktionsweise eines Investments ist nützlicher als die Suche nach einer heißen Empfehlung. Die zugespitzten Rangordnungen und weitreichenden Versprechen brauchen dagegen Abstand. Als Denkanstoß brauchbar, als alleinige Grundlage für konkrete Anlageentscheidungen zu einseitig.

Wenn du es gerne selbst lesen möchtest, findest du es hier.

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Quellen zur Einordnung

FinanzBuch Verlag: Inhaltsverzeichnis · FinanzBuch Verlag: Leseprobe