Mein Eindruck vorweg
„Steuern steuern“ hat mir interessante Facetten über Strukturen, Finanzen und den bewussten Umgang mit Steuern gezeigt. Es war außerdem das erste Buch, das ich vollständig und ganz bewusst gelesen habe. Allein deshalb hat es für mich einen besonderen Stellenwert.
Das Thema ist allerdings vielfältig. Steuerliche Gestaltungen müssen genau zum Unternehmen, zu den tatsächlichen Zahlen und zur persönlichen Situation passen. Beim Lesen klingt vieles erst einmal gut. In der Praxis braucht die Umsetzung aber eine genaue Ausrichtung und Planung. Solche Strukturen sind schließlich auch mit Kosten verbunden.
Worum es in dem Buch geht
Johann C. Köber vermittelt den Gedanken, Steuergesetze nicht nur als Belastung, sondern auch als Spielregeln zu betrachten. Wer sie versteht, kann vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten legal nutzen. Das gesparte Geld soll anschließend sinnvoll für den Vermögensaufbau eingesetzt werden.
Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme von Werten, Schulden, Einnahmen und Ausgaben. Danach geht es um Kapitalgesellschaften und Köbers Drei-Säulen-Strategie aus dem eigenen Lohn, Rückstellungen und Gewinn. Weitere Themen sind Abschreibungen, Geldanlagen innerhalb einer GmbH, Aktien, Immobilien, Vermögensschutz, Vererbung und Stiftungen.
Dabei wird ziemlich deutlich, wie eng Steuern, Rechtsformen, Investitionen und Vermögensaufbau zusammenhängen. Eine einfache Lösung, die man nur übernehmen muss, bekommt man nicht. Der Inhalt muss verstanden und auf die eigene Situation übertragen werden.
Warum es für Unternehmer wertvoll ist
Einen Steuerberater ersetzt die Lektüre natürlich nicht. Das ist auch nicht ihr Zweck. Sie kann Unternehmer aber darauf vorbereiten, die eigenen Zahlen und steuerlichen Möglichkeiten besser zu verstehen. Wer die Grundlagen kennt, kann gezieltere Fragen stellen, Empfehlungen besser nachvollziehen und deutlich vorbereiteter in Gespräche mit dem Steuerberater gehen.
Genau darin liegt für mich ein wichtiger Nutzen. Als Unternehmer sollte man steuerliche Themen nicht vollständig abgeben und anschließend nur noch unterschreiben. Man muss kein Steuerexperte werden. Man sollte aber zumindest verstehen, worüber gesprochen wird, welche Möglichkeiten es gibt und welche Folgen eine Entscheidung haben kann.
Meine eigene Erfahrung mit einer Holding
Meine eigene Erfahrung mit solchen Konstruktionen kam erst später. Steuerberater aus Berlin haben mich dazu gebracht, eine Holdingstruktur aufzubauen, und ich habe das umgesetzt. Erst danach wurde mir klar, leider zu spät, dass eine solche Struktur für mich erst bei deutlichen Gewinnen wirklich Sinn ergibt.
Eine Holding besteht eben nicht nur auf dem Papier. Sie verursacht laufende Kosten, zusätzlichen Aufwand und braucht eine klare Planung. Diese Erfahrung hat mir noch einmal gezeigt, wie wichtig es ist, vorher genau zu rechnen und Empfehlungen wirklich zu verstehen. Man lernt halt nie aus.
Für wen sich das Buch lohnt
Lesenswert ist „Steuern steuern“ für jeden, der sich wirklich selbst mit seinen Zahlen, seinen Steuern und möglichen Unternehmensstrukturen beschäftigen möchte. Besonders jedem Unternehmer würde ich es ans Herz legen. Es schafft ein besseres Grundverständnis und hilft dabei, steuerliche Themen nicht einfach nur abzugeben.
Man sollte es allerdings nicht nur lesen und danach einzelne Modelle übernehmen. Die Zusammenhänge müssen verstanden werden. Jede spätere Umsetzung gehört genau geprüft und gemeinsam mit den passenden Fachleuten geplant.
Steuern, Finanzen und Unternehmensstrukturen gehören eng zusammen. Genau das macht Köber verständlich. Für mich liegt der Wert vor allem darin, das Thema selbst besser zu verstehen und Gestaltungen nicht ungeprüft zu übernehmen. Wer seine Zahlen kennt und die Grundlagen versteht, kann besser planen, gezielter fragen und vorbereiteter mit seinem Steuerberater sprechen. Gerade deshalb ist „Steuern steuern“ für Unternehmer allemal eine lesenswerte Lektüre.
Wenn du es gerne selbst lesen möchtest, findest du es hier.