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Meine Meinung

Vom Leser zum Kunden

von Ricardo Biron

Ricardo Biron betrachtet ein eigenes Buch als Teil der Kundengewinnung. Das ist ein interessanter Blick auf Fachbücher, wirft aber auch die Frage auf, wie viel echter Inhalt zwischen den Verkaufsabsichten bleibt.

Ein Buch als Teil des Geschäfts

Der Titel sagt ziemlich offen, worum es geht. Ricardo Biron beschreibt ein Buch nicht allein als abgeschlossenes Werk, sondern auch als Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen und potenzielle Kunden zu erreichen. Wer sein Wissen verständlich vermittelt, kann darüber zeigen, wie er an ein Thema herangeht und welche Probleme er lösen kann.

Zur Darstellung gehören die Entwicklung eines Buchprojekts, seine Veröffentlichung und die anschließende Vermarktung. Ergänzend kommen Beiträge weiterer Unternehmer und Marketingexperten hinzu. Der Blick ist klar geschäftlich: Aus einer Idee soll ein Buch werden, das innerhalb eines größeren Angebots eine Aufgabe erfüllt. Für einen Roman oder ein rein privates Schreibprojekt ist das deshalb nicht der passende Maßstab.

Wofür sich die Perspektive eignet

Ein Fachbuch kann tatsächlich mehr vermitteln als eine kurze Werbeanzeige. Es bietet Raum für Erklärungen, Beispiele und eine nachvollziehbare Argumentation. Der Leser kann sich selbst ein Bild davon machen, ob die Denkweise des Autors zu seinen Fragen passt.

Nehmen wir ein kompliziertes berufliches Thema, bei dem zunächst unklar ist, wo das eigentliche Problem liegt. Ein guter Text könnte die unterschiedlichen Ursachen erklären und zeigen, welche Fragen vor einer Entscheidung geklärt werden müssen. Damit hätte der Leser bereits etwas gewonnen, selbst wenn er die anschließende Dienstleistung niemals beauftragt.

Genau an diesem Punkt entscheidet sich für mich die Qualität des Ansatzes. Wird wirklich etwas erklärt, oder wird nur ausführlich beschrieben, warum der Autor die richtige Person für ein kostenpflichtiges Gespräch sei? Der Umfang allein beantwortet diese Frage nicht. Auch viele Seiten können inhaltlich erstaunlich wenig weitergeben.

Autor sein ist kein Qualitätssiegel

Die Veröffentlichung eines Buches kann im beruflichen Umfeld Aufmerksamkeit erzeugen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass die darin vertretenen Aussagen richtig oder besonders fundiert sind. Ein gedruckter Einband prüft weder Erfahrung noch Argumentation.

Deshalb würde ich die Wirkung eines Autorentitels nicht mit tatsächlicher Fachkompetenz verwechseln. Entscheidend bleibt, ob Behauptungen nachvollziehbar sind, Beispiele etwas erklären und Grenzen offen benannt werden. Wer nur die eigene Position stärken möchte, ohne sich mit diesen Anforderungen zu beschäftigen, nutzt eher die äußere Form als die Möglichkeiten des Mediums.

Für das eigene Schreiben ist das eine wichtige Gegenfrage: Würde dieser Abschnitt auch dann noch hineingehören, wenn er keinen Verkauf unterstützen müsste? Nicht jeder geschäftliche Text muss völlig frei von Interessen sein. Er sollte dem Leser aber nicht erst im Nachhinein zeigen, dass fast alles nur auf den nächsten Kauf hinauslief.

Inhalt und Vermarktung auseinanderhalten

Biron macht verständlich, warum die Arbeit mit dem Manuskript nicht endet. Ein Buch, das niemand findet, erreicht auch keine Leser. Zielgruppe, Titel, Veröffentlichung und Sichtbarkeit sind daher berechtigte Themen, mit denen man sich beschäftigen muss.

Problematisch wird es, wenn diese Fragen den Inhalt vollständig bestimmen. Dann wird aus einem Fachbuch schnell eine lange Verkaufsunterlage, bei der jede Erklärung kurz vor der hilfreichen Antwort endet. Gerade ein sachlich guter Text kann dagegen Vertrauen schaffen, weil er nicht ständig nach der nächsten Gelegenheit sucht, sich selbst anzupreisen.

Als Lektüre würde ich Birons Ansatz deshalb mit einem klaren Anspruch an die eigene Substanz verbinden. Erst muss es etwas geben, das ausführlich und verständlich weitergegeben werden kann. Danach lässt sich überlegen, welche Rolle die Veröffentlichung im Unternehmen spielt. In dieser Reihenfolge ist Buchmarketing ein nachvollziehbares Werkzeug und kein Ersatz für Wissen.

Fazit

Interessant für Selbstständige, die ein echtes Fachthema in Buchform bringen möchten. Der geschäftliche Blick hilft, Leser und Veröffentlichung nicht dem Zufall zu überlassen. Gleichzeitig muss ein Werk für sich genommen etwas leisten. Wenn es nur die Verpackung für ein weiteres Angebot ist, fehlt genau der Inhalt, durch den Vertrauen überhaupt entstehen könnte.

Wenn du es gerne selbst lesen möchtest, findest du es hier.

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Quellen zur Einordnung

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