Dominic Jankowski

Gedanken

Über Arbeit, Entscheidungen und das Miteinander.

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Wenn eine Zusage nicht eingehalten werden kann

Mit einer Zusage beginnt für den anderen oft die eigene Planung. Er hält sich einen Termin frei oder richtet weitere Arbeiten danach aus. Deshalb ist eine vorsichtige, ehrliche Auskunft hilfreicher als ein Versprechen, das zunächst beruhigt und später nicht gehalten werden kann.

Wenn sich etwas ändert, möchte ich wissen, woran ich bin. Dazu gehört auch die klare Aussage, dass ein neuer Termin noch nicht feststeht. So lässt sich mit einer Unsicherheit umgehen, während man nach einem bloßen „wird schon“ womöglich weiter mit etwas plant, das längst fraglich ist.

Verlässlichkeit zeigt sich deshalb auch dann, wenn der ursprüngliche Plan nicht aufgeht. Eine rechtzeitige Rückmeldung löst die Verzögerung zwar nicht, gibt dem anderen aber die Möglichkeit zu reagieren. Dass er dafür erst mehrfach nachfragen muss, sollte nicht zum normalen Ablauf gehören.

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Nachfragen, ohne sich kleinzumachen

In einem Gespräch fällt ein Fachbegriff, den einer der Beteiligten nicht kennt. Er könnte nachfragen, nickt aber vielleicht lieber, weil die anderen scheinbar längst Bescheid wissen. Die Unterhaltung geht weiter, nur fehlt ihm von diesem Moment an ein Teil des Zusammenhangs.

Ich mag Gespräche, in denen eine solche Nachfrage selbstverständlich sein darf. Wer etwas noch nicht kennt, kann trotzdem eine sinnvolle Frage stellen. Gerade eine vermeintlich einfache Frage macht manchmal sichtbar, dass auch die Erklärung noch ungenau war oder dass die Beteiligten unter demselben Wort etwas Unterschiedliches verstehen.

Dazu gehört allerdings auch, wie geantwortet wird. Wenn die Antwort vermittelt, dass man das nun wirklich wissen müsste, wird die nächste Frage eher unausgesprochen bleiben. Eine verständliche Erklärung macht es leichter, sich zu beteiligen, und erspart beiden Seiten ein Gespräch, in dem nur so getan wird, als wäre alles klar.

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Was nach einem Fehler wichtig wird

Eine Entschuldigung kann richtig sein, erledigt aber noch nicht den Fehler. Wenn eine falsche Angabe weitergegeben wurde, müssen zunächst die betroffenen Informationen berichtigt werden. Danach lässt sich klären, wie es dazu gekommen ist und ob derselbe Fehler an anderer Stelle ebenfalls vorkommt.

Besonders unbefriedigend wird es, wenn nach einer Korrektur beim nächsten Mal wieder dasselbe passiert. Der Hinweis, künftig genauer aufzupassen, reicht dann offensichtlich nicht aus. Vielleicht wurde eine Vorgabe nicht festgehalten oder der tatsächliche Stand vor der Bearbeitung gar nicht geprüft.

Mir ist wichtig, dass aus der Erklärung eine konkrete Änderung folgt. Wurde eine Anweisung ergänzt, sollte sie beim nächsten Durchgang auch berücksichtigt werden. Erst am Ergebnis zeigt sich, ob die Korrektur geholfen hat. Eine Aufgabe erneut als fertig zu bezeichnen, ersetzt diese Kontrolle nicht.

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Man kann auch verschiedener Meinung bleiben

Ein Gespräch muss nicht damit enden, dass einer den anderen überzeugt hat. Manchmal werden die Gründe auf beiden Seiten deutlicher, während die unterschiedliche Einschätzung bestehen bleibt. Auch dann kann die Unterhaltung etwas gebracht haben.

Bei einer neuen Idee achtet der eine vielleicht besonders auf die Möglichkeiten, während der andere zuerst die Verpflichtungen sieht, die daraus entstehen. Beides gehört zur Sache. Schwierig wird es, wenn aus dieser unterschiedlichen Gewichtung sofort ein Urteil über den anderen wird: Der eine sei grundsätzlich leichtsinnig, der andere wolle ohnehin nie etwas verändern.

Ich finde es interessanter, zu verstehen, worauf eine Einschätzung beruht. Vielleicht fehlt eine Information, vielleicht unterscheiden sich aber auch die Ziele. Das lässt sich nicht immer wegdiskutieren. Für eine gemeinsame Entscheidung braucht es dann eine Vereinbarung, mit der beide umgehen können, und keine gespielte Einigkeit. Außerhalb solcher Entscheidungen darf ein Unterschied auch einfach stehen bleiben.

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Zuhören, bevor die Lösung feststeht

Wenn jemand von einer Schwierigkeit erzählt, liegt ein Lösungsvorschlag manchmal schon bereit, bevor der andere zu Ende gesprochen hat. Vielleicht kommt einem die Situation bekannt vor, und man möchte helfen. Dabei ist noch gar nicht klar, ob tatsächlich dasselbe Problem dahintersteckt.

Ein Beispiel wäre jemand, der sagt, dass eine Aufgabe zu viel Zeit braucht. Es könnte an der Aufgabe selbst liegen, an fehlenden Angaben oder daran, dass ständig etwas dazwischenkommt. Wer sofort eine schnellere Arbeitsweise empfiehlt, hat sich bereits für eine Erklärung entschieden, ohne die anderen Möglichkeiten zu kennen.

Ich möchte zuerst verstehen, was der andere meint. Dafür muss nicht jede Einzelheit abgefragt werden, aber an der entscheidenden Stelle sollte nichts einfach angenommen werden. Wenn das Problem klarer ist, lässt sich auch gemeinsam überlegen, welche Lösung dazu passt.

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Sich als Gast willkommen fühlen

Ob man sich als Gast willkommen fühlt, beginnt manchmal schon vor dem Eintreten. Bei einem Gasthaus im Wald stellt sich beispielsweise die Frage, wie es erreichbar ist und was man für den Weg einplanen sollte. Eine rechtzeitige verständliche Auskunft kann mehr zum entspannten Ankommen beitragen als die schönste Beschreibung des Gastraums.

Vor Ort geht es mit den kleinen Dingen weiter. Wer kurz begrüßt wird und weiß, ob er sich setzen kann, muss nicht erst unsicher im Eingang warten. Wenn gerade viel zu tun ist, macht ein freundlicher Hinweis die Situation für beide Seiten einfacher.

An Gastronomie gefällt mir, dass solche Dinge unmittelbar etwas verändern können. Gastfreundschaft braucht keine übertriebene Ansprache, sondern Aufmerksamkeit für die jeweilige Situation. Ein Gast möchte vielleicht erst in Ruhe ankommen, während ein anderer eine Frage hat. Beides wahrzunehmen gehört für mich genauso zu einem einladenden Ort wie das Essen und die Einrichtung.

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Klar sprechen, ohne hart zu werden

Wenn etwas nicht passt, möchte ich es klar ansprechen können. Eine Rückmeldung wird nicht hilfreicher, wenn das eigentliche Anliegen zwischen vielen vorsichtigen Formulierungen verschwindet. Der andere muss verstehen können, was gemeint ist und woran sich eine Verbesserung erkennen ließe.

Es macht allerdings einen Unterschied, ob eine konkrete Arbeit kritisiert wird oder gleich die Person dahinter. Ein Text kann unverständlich sein, weil der Zusammenhang fehlt. Daraus folgt noch kein Urteil darüber, was derjenige grundsätzlich kann oder wie ernst er seine Aufgabe nimmt.

Eine deutliche Rückmeldung und ein respektvoller Umgang schließen sich deshalb nicht aus. Die Sache darf klar benannt werden, während Raum für eine Erklärung bleibt. Vielleicht fehlt eine Information, vielleicht wurde etwas anders verstanden. Das lässt sich erst klären, wenn beide über denselben konkreten Punkt sprechen.

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Den eigenen Anteil erkennen

Wenn etwas schiefgeht, ist oft schnell klar, was jemand anderes hätte tun sollen. Der eigene Anteil lässt sich schwerer erkennen, gerade wenn man gute Gründe für sein Verhalten hatte. Trotzdem kann es hilfreich sein, dort anzufangen, wo man selbst etwas verändern kann.

Wurde eine Aufgabe anders verstanden als gemeint, könnte die Erklärung zu ungenau gewesen sein. Vielleicht wurde auch nicht nachgefragt, obwohl etwas offenblieb. Beides lässt sich besprechen, ohne sofort entscheiden zu müssen, wer insgesamt schuld ist.

Für mich gehört dazu auch eine Grenze: Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht, jedes Problem auf sich zu beziehen oder das Verhalten anderer zu entschuldigen. Es geht darum, den eigenen Beitrag ehrlich anzusehen und von dem zu unterscheiden, was außerhalb des eigenen Einflusses liegt. Erst dann wird klarer, wer welchen nächsten Schritt übernehmen kann.

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